Wiedereinstieg ins Tanzen: Selma Jäger über Rumba, Turniere und Lebensfreude

Selma Jäger: „Mindestens ein Fuß wippt immer"

Sie ist Lehrerin, zweifache Mutter – und seit Kurzem Assistentin im Tanzkurs von Rainer Schultheiß. Wir haben mit Selma Jäger (45) über widerwillige Anfänge, große Turnierbühnen und die Frage gesprochen, warum Tanzen beim Kochen nicht aufhört.


Hallo Selma! Stell dich doch kurz vor.

Gerne! Ich bin Selma, 45 Jahre alt und hauptberuflich – und mit Leidenschaft – Lehrerin an einer beruflichen Schule und an der Realschule. Seit bald einem Jahr darf ich als Assistentin den Tanzkurs von Rainer Schultheiß unterstützen. So bin ich nach vielen Jahren wieder zum Tanzen gekommen.

Porträt von Selma Jäger mit Turnier-Make-up und konzentriertem Gesichtsausdruck
Nahaufnahme von Selma Jägers Gesicht: konzentrierter Blick und Turnier-Make-up mit betonten Augen


Wie hat denn alles angefangen?

Mit 14 Jahren haben mich meine Freundin – sagen wir mal: widerwillig – zum Anfängerkurs in die Tanzschule Müllers nach Rastatt geschleppt. Und was soll ich sagen? Schnell war klar: Das macht unheimlich viel Spaß! Ich durchlief alle Tanzkurse und wollte gar nicht mehr aufhören. Da kam es gerade recht, dass der 1. TSC Rastatt seine Türen für Nachwuchs im Turniertanz Latein öffnete. Nach ein paar Partnerwechseln brachte mich unsere damalige Trainerin – die mehrfache Kür-Weltmeisterin Olga Müller-Olmeltchenko – mit David Kiefer zusammen. Mit seinem Ehrgeiz sind wir bald auf Turniere gegangen und konnten bis 2005 in die höchste Tanzklasse, die S-Klasse, aufsteigen. 2006 stiegen wir zusätzlich ins Standardtraining ein und schafften dort in wenigen Turnieren den Aufstieg in die C-Klasse. Als dann aber das Hauptstudium startete, lag meine Passion klar bei den Latein-Tänzen – und so beendeten wir unsere Tanzpartnerschaft. Durch Zufall kamen wir 2010 nochmal für ein Jahr zusammen. Mit Ende 20, Anfang 30 verschoben sich dann die Prioritäten: Beziehung und Arbeit standen im Vordergrund, und ich kehrte dem Tanzsport den Rücken. Heute sind meine zwei lieben Kinder (11 und 8) das Wichtigste – Tanzen ist mehr ein kleines Hobby geworden, dem ich aber wieder mehr Aufmerksamkeit widmen möchte.

Selma Jäger in Tanzpose auf der Fläche, im Hintergrund sitzendes Publikum bei einer Tanzveranstaltung
Selma Jäger tanzt vor Publikum auf der Tanzfläche


Deine Lieblingstänze?

Die Rumba! Sie ist so leidenschaftlich und lässt durch ihre langsamen Rhythmen viel Zeit, Emotionen zu vertanzen. Und die Samba – mein zweiter Lieblingstanz – sie sprüht einfach vor Lebensfreude.

Wie hast du Rainer kennengelernt?

Im Juli 2024 beim „Tanz unter den Platanen", einer Open-Air-Veranstaltung der Tanzschule Müller in Rastatt. Er forderte mich zum Tanz – und es hat direkt gut geklappt.

Selma Jäger im Turnieroutfit bei einer Tanzveranstaltung, seitlich neben ihr weitere Paare und Zuschauer
Selma Jäger bei einem Tanzturnier in Turnierkleidung in Offenburg


Was rätst du Neueinsteigern?

Am Anfang sollte die Freude am Tanzen stehen. Hört viel Musik, um ein Rhythmusgefühl zu bekommen.

Ein Moment auf der Tanzfläche, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Auf der großen Fläche der German Open Championship (GOC) – damals noch im Rosengarten in Mannheim – zu stehen und gegen jede Menge große Namen zu tanzen und ihnen zuzuschauen. Das war 2003, wir waren noch in der A-Klasse.

Welche Fehler machen Anfänger am häufigsten?

Sie glauben, es klappt ohne Übung. Also: entweder zu Hause üben – oder nicht frustriert sein, wenn nicht alles auf Anhieb klappt oder einiges wieder vergessen wurde ;-)

Welche Musik bringt dich sofort zum Tanzen?

Nahezu jede Musik – mindestens ein Fuß wippt immer. Am liebsten aber Pop über alle Jahrzehnte, von den 80ern bis heute.

Eine Tanzschule oder Community, die du empfehlen kannst?

Natürlich der Tanzkurs von Rainer – denn seine Assistentin ist sehr sympathisch, nämlich ich :D

Was bedeutet Tanzen für dich persönlich?

Freiheit, Lebensfreude und Leichtigkeit. Ohne könnte ich nicht. Ich tanze selbst beim Kochen.

Liebe Selma, vielen Dank für das Gespräch!


Dieser Artikel erschien auf tanzen.pro – dem Blog für alle, die nicht stillstehen können.


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