Rainer und das Tanzen: Wie aus einem schüchternen Jungen ein leidenschaftlicher Tänzer wurde

 

Rainer und das Tanzen: Wie aus einem schüchternen Jungen ein leidenschaftlicher Tänzer wurde

Manchmal beginnt alles ganz unscheinbar.

Ein Junge steht vor dem Fernseher, bewegt sich zur Musik – unbeholfen, vielleicht ein wenig zu wild. Niemand ahnt, dass genau hier der Anfang einer langen Reise liegt. Einer Reise, die Jahre später durch Tanzsäle, Workshops und unvergessliche Begegnungen führen wird.

Wer in Karlsruhe Tanzen lernen möchte, trifft früher oder später auf Geschichten wie diese. Geschichten, die zeigen: Tanzen ist selten ein gerader Weg – aber fast immer ein lohnender.

Eine davon gehört Rainer Schultheiß.


Vom Zahlenmenschen zum Tänzer

Rainer, Jahrgang 1972, wächst in der Karlsruher Südstadt auf. Fünf Kinder, eine Metzgerei, viel Arbeit – wenig Raum für Träumereien.


rainer, ein kleiner Junge auf der Strasse
Rainer Schultheiß, ein kleiner Junge voller Träume.


Wie gesagt: Die Familie betreibt die Metzgerei – ein klassischer Tante-Emma-Laden, lange bevor Supermärkte den Alltag bestimmten.

Fleiß ist hier kein Konzept, sondern Grundvoraussetzung.

Sein Weg scheint vorgezeichnet: Schule, Ausbildung zum Industriekaufmann, später Bilanzbuchhalter. Zahlen, Verantwortung, Ordnung. Heute arbeitet er in Teilzeit in einem IT-Unternehmen, verwaltet Immobilien – ein Leben, das sich rational erklären lässt, wäre da nicht einmal pro Woche der Tanzsaal.

Ein interessanter Kontrast.

Denn während Zahlen logisch sind, ist Tanzen… nun ja, alles andere als das.

Und genau das macht den Reiz aus.


Der erste Tanzkurs – und die ersten Zweifel

Mit 18 Jahren betritt Rainer seine erste Tanzschule in Karlsruhe. Die damalige TS Vollrath am Friedrichsplatz.

„Es war eine ganz neue Welt.“

Doch wie so oft: Der Anfang ist alles andere als glamourös.

  • Tanzpartnerinnen fehlen

  • Schritte sitzen nicht

  • Motivation schwankt

Nach dem A-Kurs ist erstmal Schluss.

Ein Punkt, an dem viele aufhören.

Rainer auch – kurzzeitig.

Denn schnell merkt er: Das kann noch nicht alles gewesen sein.

Er kommt zurück. Macht weiter. Kämpft sich durch schwierigere Kurse. Wiederholt. Übt.

Und irgendwann passiert etwas Entscheidendes:
Es fühlt sich plötzlich richtig an.


Die Sache mit der Schüchternheit

Heute wirkt Rainer ruhig und souverän. Doch früher?

Schüchtern. Introvertiert.

Jemanden auf der Tanzfläche aufzufordern? Eine kleine Mutprobe.

Dazu kommt: groß gewachsen, lange Arme, lange Beine – die Gefahr, „schlaksig“ auszusehen, war real.

Viele kennen genau dieses Gefühl, wenn sie mit dem Tanzen anfangen:

„Sehe ich dabei eigentlich gut aus?“

Die ehrliche Antwort: Am Anfang meistens nicht.

Aber genau darin liegt der Schlüssel.

Rainer bleibt dran. Übt. Verbessert sich. Schritt für Schritt.

Heute tanzt er entspannt – auch mal alleine in der Disco. Locker, mit Gefühl für Musik.

Ein Weg, der Mut macht.


Warum gerade Rumba, ChaChaCha und Salsa?

Wenn man lange tanzt, entwickelt man Vorlieben.

Bei Rainer sind es drei Tänze:

Rumba

Langsam, intensiv, fast ein bisschen geheimnisvoll. Der „Tanz der Liebe“ – mit viel Raum für Ausdruck.

ChaChaCha

Verspielt, rhythmisch, mit einer guten Portion Leichtigkeit.

Salsa

Lebensfreude pur. Energie, Tempo, Spaß.

Diese Mischung sagt viel aus:
Ein bisschen Tiefgang, ein bisschen Spiel, ein bisschen Feuer.

Oder anders gesagt: genau die richtige Balance.




Tanzen ist mehr als nur Bewegung

Sport? Ja.
Kunst? Auch.
Therapie? Irgendwie schon.

Rainer beschreibt es ziemlich treffend: Beim Tanzen verschwinden die Gedanken des Alltags.

Man ist fokussiert. Im Moment.

Vielleicht kennst du das Gefühl:
Die Musik läuft, der Körper bewegt sich – und plötzlich ist alles andere unwichtig.

Kein Stress. Keine To-do-Liste.

Nur der nächste Schritt.


Rainer tanzt in Begleitung
Rainer in seinem Element: Tanzen wie ein Weltmeister




Wenn Weltmeister plötzlich Komplimente machen

Ein Highlight in Rainers Tanzleben:

Er tanzt Rumba mit einer mehrfachen Latin-Weltmeisterin – Olga Müller-Omeltchenko.

Nach dem Tanz sagt sie:
„Mensch Rainer, führst du gut!“

Klingt simpel.

Ist es aber nicht.

Wer tanzt, weiß: Lob ist selten. Besonders im Paartanz wird eher korrigiert als gelobt.

Umso mehr bleibt so ein Moment hängen.

Und zeigt: Dranbleiben lohnt sich.


Mallorca, Salsa – und ein perfekter Moment

Noch so ein Erlebnis:

Salsa auf Mallorca – gemeinsam mit Melissa Ortiz-Gomez, bekannt aus „Let’s Dance“.

Ein Tanz, der einfach passt.

Musik, Partnerin, Stimmung – alles im Einklang.

Solche Momente lassen sich schwer planen.

Aber sie passieren.
Und genau dafür tanzt man.


…und dann gibt es noch „Jerusalema“

Natürlich läuft nicht immer alles perfekt.

Ein Versuch, den Line Dance zu „Jerusalema“ auf einem Geburtstag einzustudieren?

Komplett gescheitert.

Kein Rhythmus, keine Abstimmung – Chaos pur.

Heute? Eine gute Geschichte.

Und ein Beweis: Auch erfahrene Tänzer stolpern manchmal.


Zahlen & Fakten: Warum Tanzen immer beliebter wird

Ein kurzer Blick auf die Entwicklung:

  • Über 2 Millionen Menschen besuchen jährlich Tanzkurse in Deutschland

  • Salsa, Discofox und Bachata wachsen besonders stark

  • Tanzen verbessert nachweislich Gedächtnis, Koordination und Fitness

  • Gerade Erwachsene entdecken Tanzen neu – oft als Ausgleich zum Alltag

In Städten wie Karlsruhe ist die Tanzszene lebendig wie nie.

Und sie wächst weiter.


Was Rainer heute antreibt

Trotz vieler Jahre Erfahrung gibt es noch Ziele.

Eines davon:
Einmal ein Turnier tanzen.

Ein Traum, der bisher nie ganz gepasst hat.

Aber vielleicht ist genau das das Schöne am Tanzen:

Man hat immer noch etwas vor sich.


Tipps für alle, die Tanzen lernen wollen

Aus Rainers Erfahrung lassen sich ein paar einfache, aber wichtige Dinge mitnehmen:

1. Dranbleiben schlägt Talent

Niemand wird über Nacht gut.

2. Wiederholen, wiederholen, wiederholen

Das Gelernte festigt sich erst durch Praxis.

3. Such dir den richtigen Partner

Ähnliche Ziele machen vieles leichter.

4. Hab keine Angst vor Fehlern

Die gehören dazu – immer.

5. Hab Spaß

Klingt banal, ist aber entscheidend.


FAQ: Häufige Fragen zum Tanzen lernen

Ist Tanzen lernen auch mit 30+ sinnvoll?

Absolut. Viele starten sogar erst dann – und bleiben lange dabei.

Wie schnell macht man Fortschritte?

Die Basics gehen schnell. Sicherheit kommt mit der Zeit.

Brauche ich einen festen Tanzpartner?

Nicht zwingend – aber es hilft auf Dauer.

Was, wenn ich schüchtern bin?

Dann bist du nicht allein. Das legt sich mit jeder Tanzstunde ein Stück mehr.

Welche Tänze sind gut für den Einstieg?

Discofox, Walzer und ChaChaCha sind ideale erste Schritte.


Fazit: Einfach anfangen

Rainers Geschichte zeigt etwas ganz Einfaches:

Man muss kein Naturtalent sein.
Man muss nicht perfekt starten.

Man muss nur anfangen.

Der Rest kommt – Schritt für Schritt.

Und vielleicht stehst du irgendwann selbst auf einer Tanzfläche, hörst die Musik…
und merkst, dass du längst angekommen bist.


Wer mehr über Rainer efahren möchte:


oder auf instagram



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